Gefunden :-)

23. August 2010

Straßenguck

19. August 2010

Sommerloch, Du hast es gut: im Gegensatz zum Loch auf meinem Konto findet sich immer etwas, das dich füllt. So hier nun die Google-Streetviewdebatte. Tatsächlich: inzwischen versuche ich schon vor dem Buchen eines Hotels die Umgebung zu checken. Ich gestehe.

Möglicherweise hat der Kollege Sixtus ausgerechnet im ZDF-Blog schon alles Wichtige gesagt.

Das Interview von Verbraucherschutzministerin Aigner bei SPON allerdings bietet komprimiert noch einmal all das, was an Verlogenheit in der Debatte, vor allem von Seiten der Politiker (und auch Datenschutzbeauftragten) zu erwarten ist. Und treibt meine Gallenproduktion in die Höhe.

Als Präambel sei noch einmal vermerkt, wie entschieden ineffektiv etwa Frau Aigner angesichts der Debatte um unerwünschte Telefonwerbung agiert, die Änderung der Gesetzeslage aus dem Vorjahr hat, wie von Verbraucherschützern nicht anders erwartet, nichts gebracht. Eine Preisansagepflicht bei Call-by-Call ist nicht in Sicht. Und Abofallen im Internet: seit Jahren ungelöstes Problem.  Ineffektiv und leisetretend ist Frau Aigner auch angesichts der Lobby der Lebensmittelindustrie, eine Ampelregelung für Lebensmittel gibt es nicht. Und zu Interviews zu diesem Thema war sie auch nicht bereit, musste mein Kollege Kai Dietrich feststellen. Das Verbraucherinformationsgesetz erweist sich als wirkungslos. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen! Doch wenn es gegen Facebook oder Google geht, dann ist das aber alles etwas anderes. Dann gibt es Interviews und Gesetzesgeklapper.

Zu einigen Aignerschen Antworten im Einzelnen:

Sie will sich in Zürich und Basel auf Streetview umgesehen haben. Schön. Denn gerade die Schweizer haben von jeder Google-Hysterie Abstand genommen. Und wie schrecklich:

“Und man kann den Leuten in die Vorgärten schauen.”
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Wenn sie einen denn lassen.  Wie im echten Leben, oder?

Doch damit läuft sie sich nur warm:

“Es gibt Unterschiede zwischen einem öffentlichen Gebäude wie meinem Ministerium oder einem Wohngebiet, wo man das Kinderspielzeug im Garten erkennen oder durchs Wohnzimmerfenster fotografieren kann.”

Das stimmt als Satz immer. Nur was soll das bedeuten? Ich habe noch kein Streetview-Foto gesehen, bei dem man “durchs Wohnzimmerfenster” fotografiert hat, als wolle man “Home View” Wirklichkeit werden lassen. Und das mit dem Kinderspielzeug im Garten ist doch wieder ein populistischer Trick. Im geneigten Leser beginnt sofort die Assoziationskette KINDERSPIELZEUG -> KINDER ->PÄDOPHILENANGRIFF und schon ist der seinen Übergriff im Internet per Google planende Pädogewalttäter als Menetekel an die Wand gemalt. Oder welchen anderen Grund gibt es, hier “Kinderspielzeug” zu sagen statt “Rasensprenger”, “Komposthaufen” oder auch “Gartenzwerg”?

Dann kommt

“Ein Beispiel: Es gibt in den Entwicklungsabteilungen von IT-Firmen längst eine Foto-Software für Handys, mit deren Hilfe Gesichter auf der Straße binnen Sekunden mit einem Namen, einer Adresse und dem dazugehörigen Bild, einem Geburtsdatum, vielleicht den in sozialen Netzwerken hinterlegten persönlichen Vorlieben oder einem GPS-Bewegungsprofil verbunden werden können. Ein Klick genügt, und ich hätte das komplette Persönlichkeitsprofil eines Passanten. Das wäre ein Dammbruch, das müssen wir verhindern.”

Hm, okay. Was hat das jetzt mit der aktuellen Aufregung um Google Streetview zu tun?

Lernen wir in Folge etwas über die Kompetenz der Ministerin in Sachen Google:

“Morgen haben wir es vielleicht nicht mehr nur mit Kameraautos, sondern mit dem Satelliten oder Drohnen zu tun, die Städte und Gemeinden kartieren.”

Hm, das mit den Satelliten: DAS GIBT ES DOCH SCHON LÄNGST. Und hätte sie tatsächlich, wie oben behauptet, Google Streetview in Zürich genutzt, dann hätte sie das auch gemerkt!

Ein Lieblingskind der Politik derzeit:

“Stehen die Bilder auf alle Ewigkeit unlöschbar im Internet oder gibt es ein Verfallsdatum? Oder gar einen Radiergummi fürs Netz?”

Vom Radiergummi träumen all die Politiker, die wie Frau Von der Leyen gerne unwahre Behauptungen aufstellen, die dann leider von der Netzgemeinde unbarmherzig nachrecherchiert werden. All ihre Nebelgranaten zum Löschgesetz wurden doch so aufgeklärt. Und daher kann ich gut verstehen: Politiker sind für den Radiergummi. Was geht mich mein Geschwätz von gestern an …

Dann fragt SPON ” Macht sich die nationale Politik da nichts vor, wenn sie meint, alles regeln zu können?”

” Es ist doch keine Alternative, sich dem Thema erst gar nicht zu stellen.”

Das ist witzig, denn wir wissen bei der Lebensmittelampel, bei der Bankenregulierung, bei jedem erdenklichen Thema wird vertröstend auf eine “international einheitliche Regelung” verwiesen und somit eigene Untätigkeit begründet. Aber hier ist das natürlich etwas Gaaanz anderes.

Natürlich geht das Interview am Thema vorbei: welche persönlichen Daten sind auf einem Bild von einem Straßenzug zu sehen? Wie steht es um die Panoramafreiheit?

Die Politiker, die jetzt das große Wort führen, hätten besser bei der Novelle des Datenschutzgesetzes das so genannte “Listenprivileg” für Datenhändler kassieren sollen – aber da sind sie eingeknickt! Wie Scoring Werte bei Schufa und Co. errechnet werden, das müsste transparent gemacht werden, ist aber nicht vorgesehen. Abgesehen von der Datensammelwut der staatlichen Stellen: Bankauskunft auf Verdacht durch Finanz- und Sozialamt. Videoüberwachung an vielen öffentlichen Plätzen. Kennzeichenscanning durch die Polizei. Von Vorratsdatenspeicherung und SWIFT wollen wir nicht reden. Man könnte sich um das Thema Datenschutz mal kümmern. Stattdessen macht man kümmerliche Politik.

Hier noch ein Beitrag 3Sat/Neues

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Gesehen

19. August 2010

So, lange Zeit nicht mehr berichtet, hier ein paar Sinneseindrücke der letzten Wochen und Monate, und ich kann nur sagen, manchmal entdeckt man Schätzchen ein bisschen spät.


Aber zuerst ein recht aktueller Streifen: UP IN THE AIR (Trailer), Regie und Buch Jason Reitman. Und in der Hauptrolle mal wieder: George Clooney. Er kann sich seine Rollen natürlich aussuchen, und das tut er auch sehr sorgsam, finde ich. Er gibt Ryan Bingham, einen Spezialisten seines Faches: er ist professioneller “human ressources manager” oder besser, er feuert in Unternehmen Mitarbeiter, wenn die Chefs dazu zu feige sind. Als solcher ist er an fast jedem Tag des Jahres unterwegs und genießt es, aus dem Koffer in Hotels zu leben und dazwischen per Flugzeug unterwegs zu sein. Sein Traum: den 10-Millionen-Meilen Status zu erfliegen. Er kennt sich aus, wie man die schnellste Schlange in der Sicherheitskontrolle identifiziert, welches Hotel-Bonus-Programm sich lohnt und, ja auch das, wie man zu Recht kommt mit einem Job, bei dem man das Leben anderer Menschen zerstört.

Zwei Ereignisse schneiden in dieses Leben ein und reißen ihn aus der Routine. Da ist die junge, ehrgeizige BWL-Absolventin, die das Geschäft seiner Firma mitten in der herrlichsten Rezession umkrempeln will. Auf Kündigung via Videokonferenz. Der freizusetzende Mitarbeiter nimmt vor einem Computerbildschirm Platz und bekommt die Kündigung dann per Videoübertragung. Bevor das System eingeführt werden soll, geht sie mit ihm auf Reise, um den Alltag vor Ort kennenzulernen. Und er lernt Alex kennen, eine verwandte Seele, ebenfalls unterwegs von Hotel zu Hotel. Aus dem Flirt wird mehr, trotz engen Terminen. Sie begleitet ihn sogar zur Hochzeit seiner Schwester. Read the rest of this entry »

Recherchefreie Zone

24. Juni 2010

Schon am Dienstag habe ich mich drüber geärgert. Es sind immer diese Kleinigkeiten, die aber zeigen, wie so gerne geschlampt wird im “Medienjournalismus” – vergangenes Jahr hatte ich davon genug zum in Alletischplattenbeißen. Da gibt es in der SZ einen Artikel über die Zukunft von Harald Schmidt, Erkenntniswert eher gering, und da heißt es

“Seine durchschnittlichen Auftritte aber, und das sind gute, bilden nach wie vor die Spitze des deutschen Late-Night-Gewerbes ab, das mit der ZDF-Wochenshow und TV total (Stefan Raab, Pro Sieben) besser besetzt ist als vor ein paar Jahren”. (Was soll das heißen? Fehlt ein “obwohl”? Kürzung?)

“Auf der ARD-Homepage wird Fred Kogel nach ARD-Art interviewt. Frage: Was sei der Unterschied zur Wochenshow des ZDF? Antwort nach Kogel-Art: “Harald Schmidt.”"

Das Doofe ist, dass es keine “ZDF-Wochenshow” gibt, sondern entweder das “Wochenjournal” (wird nicht gemeint sein) und die “heute-show”, an die der Autor wohl denkt, deren Name ihm nur gerade nicht einfällt, was aufgrund der Tatsache, dass so viel über sie berichtet wurde und sie auch Preise kassiert hat, etwas traurig ist.

Kleinkram, aber ärgerlich, so was von …

Geschachere vs. Demokratie

9. Juni 2010

Immer dann, wenn es um das Geschachere bei der Wahl des Bundespräsidenten beziehungsweise die Aufstellung der Kandidaten für dieses Amt geht, wird mir flau. Da wird betont, wie wichtig das Staatsoberhaupt sei, und dann kommen solche Kandidaten wie Wulff und Köhler aus irgendeinem Klüngelzirkel. Da wird dann abgezählt, wie viele Stimmen welcher Block in der Bundesversammlung hat, und es ist peinlich, das Ganze mit anzusehen.

Mit Demokratie hat das dann manchmal weniger zu tun, eher mit Parteitaktik und Koalitionsdisziplin. Woher soll der Bundespräsident angesichts dieses unwürdigen Vorgangs seine Autorität beziehen?

Dabei hielte ich es auch für eine schlechte Idee, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen, schlechte Erfahrungen mit dieser Konstruktion hatten wir ja schon, also ist das keine Alternative.

Es gab wahrscheinlich kaum einen Hochschullehrer, der mich wie mein Prof für Öffentliches Recht Axel Azzola gelehrt hat, auch in Fragen der Demokratie “weiterzudenken”. Sein Vorschlag, damals, lange her: eine Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten, die sich zusammensetzt aus allen gewählten Volksvertretern der Bundesrepublik. Aus Bundestags-, Landtagsabgeordneten, aber auch den Vertretern in Stadtversammlungen, Kreistagen, Gemeindevertretungen. Alle diese Volksvertreter treten zu einer virtuellen Versammlung am selben Tag zur gleichen Zeit zusammen, und wählen.

Diese Bundesversammlung ist unberechenbar, auch wenn man hier mühsam Parteigrößen addieren könnte – denn die Wahl ist geheim, und es gibt keine Disziplinierungsmöglichkeiten der Fraktionsvorsitzenden. In einer solchen Bundesversammlung würde der Kandidat oder die Kandidatin überzeugend gewinnen, die tatsächlich das Präsidentenamt überparteilich ausfüllen könnte. Die Parteien, die Kandidaten vorschlagen, müssten viel mehr Rücksicht darauf nehmen, ob es wirklich ein geeigneter Anwärter ist, der auch Stimmen aus anderen politischen Lagern gewinnen könnte. Der oder die Gewählte könnte aus einer sehr gut legitimierten Wahl antreten. Das ist dann kein Plebiszit, aber dadurch, dass jeder Bürger jemanden kennen kann, der zur Bundesversammlung gehört, ist die Wahl viel direkter.

Axel Azzola sah sogar die Möglichkeit, aus diesem Wahlakt einen Festtag für die Demokratie zu machen, da in jeder Stadt und in jedem Ort gewählt wird.

Was für eine hervorragende Idee.

Jemand wie Horst Köhler wäre so nie ins Amt gekommen, und in diesem Jahr wäre es eher Joachim Gauck als Christian Wulff, der sich Chancen ausrechnen dürfte …

Gerade habe ich gelesen, das Axel Azzola 2007 verstorben ist. Darüber bin ich traurig, denn, siehe oben, kaum ein Hochschullehrer hat mir so viel darüber beigebracht, wie man “denkt”. Wird an den Hochschulen neben dem “lernen” eh meist vergessen. Bachelor. Gesundheit.

Statistik für Anfänger

22. Mai 2010

Ist nur ein willkürliches Beispiel:

“In Berlin wurden im vergangenen Jahr 487 Menschen von Hunden verletzt. Am häufigsten bissen nicht etwa Terrier oder Rottweiler zu (34 Angriffe/ 30 Angriffe), sondern Deutsche Schäferhunde, die gemeinhin als “bester Freund des Menschen” gelten (79 Angriffe).”

Wie viele Terrier, Rottweiler und Schäferhunde gibt es im Berichtsgebiet, wie hoch ist die Zahl der Attacken pro 100 Tiere?

Kurz: gibt es mehr Schäferhunde als Rottweiler?

Kinderkram

3. Mai 2010

Es brennt. Es juckt. Es ist ätzend. Fieber. Apathie. Bematscht. Tolles Timing, aber es gibt dafür kein gutes Timing. Krank halt.  (Volker Stosberg / photocase.com)

Nicht lernfähig

22. März 2010

Ich glaube, der Untergang der klassischen Medien wird vor allem durch Reflexe befördert, die durch lange Jahre eingeübte Nachrichtenlogiken kombiniert mit der Angst vor dem “Zu Langsam Sein” im Vergleich zum Internet entstehen. Ich weiß nicht, ob es mal eine Zeit gab, in der Nachrichtenredakteure Zeit hatten, über den a. Neuigkeitswert einer Nachricht, b. ihre Relevanz für das Thema und c. ihre Wichtigkeit für den Rezipienten nachzudenken, und wenn d. auch noch geht: welche Folgen hat die Nachricht, für die Beteiligten, für die Öffentlichkeit?

Ich werde mit immer mehr Nachrichten konfrontiert, die durch mein persönliches, oben genanntes Raster durchfallen. Nachrichten, die ich nicht hören, lesen, sehen mag und auch nicht muss. Es ist Freitagabends um Himmels willen keine! Nachricht!, dass der Papst am kommenden Tag etwas veröffentlichen will. Nein, eine Nachricht ist Samstags, dass und was er veröffentlicht hat. Also: weg damit aus Hauptnachrichtensendungen. Und jetzt geht es wieder um strafrechtliche Vorwürfe gegen eine relative Person der Zeitgeschichte, und da kann ich nur sagen: a, b, c oder d geprüft?

Wir erinnern uns an http://www.bildblog.de/die-verlorene-ehre-des-andreas-tuerck/ und stehen kopfschüttelnd davor, wie “die Branche” wieder einmal reagiert. Übrigens haben ziemlich kleine Nachrichtenagenturen die Meldung sogar mit “EIL” versehen, die alte Tante ließ sich Zeit -  was ich ihr hoch anrechne (und dennoch werden die Redakteure wieder einmal zu hören bekommen, die “anderen” seien schneller gewesen, oder?).

Sixtus wieder treffend: http://sixtus.cc/pressekodex-theorie-und-praxis

Und deshalb werden Online-Medien an Bedeutung gewinnen, wenn ich sie nach meinem ganz persönlichen Relevanzfaktor gestalten kann. Allerdings: wie soll mich eine nicht zu meinem Erwartungshorizont passende aber wichtige News dann noch erreichen?

Gehört: T.S. Boyle ZÄHNE UND KLAUEN

5. März 2010

Es ist so unglaublich wichtig, sich mit Literatur weitab des Phantastischen zu beschäftigen um Phantastisches zu finden. So viele Geschichten, so wenig Zeit. Eine Lösung: Hörbücher. Eine andere: Kurzgeschichten. Eine Lösung: T.S. Boyles ZÄHNE UND KLAUEN, sieben Kurzgeschichten aus dem gleichnamigen Band, der 14 Geschichten umfasst. Gelesen, unfassbar lapidar und doch ausdrucksvoll von Boris Aljinovic.

Boyles Protagonisten, häufig Ich-Erzähler, sind mal mehr und mal weniger am Rand des Scheiterns und stehen vor einer Extremsituation. Häufig hat diese etwas mit der Natur zu tun, ihrer eigenen oder der da draußen hinter dem Sicherheit versprechenden Glasfenster der Wohnung oder des Autos. Lakonisch, meistens, berichtet Boyle davon, was in Grenzsituationen geschieht oder manchmal auch nur geschehen kann. Am Ende der Geschichte, und das ist der Kern einer guten Geschichte, ist nichts mehr so wie es einmal war.

Welche mich besonders beeindruckt haben: in DER FREUNDLICHE MÖRDER lässt sich ein Milife- oder auch nur allgemein Crisis-geschüttelter Radiomoderator darauf ein, den Rekord im Wachbleiben zu brechen. Dabei hat er schon vor dem offiziellen Beginn kein Auge zubekommen. Dieser Weltrekord, tage-, nächtelang ohne Schlaf, wird auf einmal zum Sinn des Lebens.
Kalt lassen kann die Geschichte CHICXULUB keinen Vater und keine Mutter, der schreckliche Moment, in dem das Telefon klingelt und die Stimme am anderen Ende der Leitung vom schweren Unfall des Kindes kündet. Eine Parallelmontage zum Einschlag des Asteroiden Chicxulub, die unter die Haut geht.
In VOM RASCHEN AUSSTERBEN DER TIERE liegt dicht neben der Firniss der Zivilisation die unbezähmbare Natur, und nur eine falsche Entscheidung macht den Unterschied zwischen Traumwochenende und Alptraum aus.

Alle Geschichten rühren an, manche auch etwas weniger wie etwa WINDSBRAUT, eine tragische, vom peitschenden Wind geprägte Geschichte von den Shettlands. Manche irritieren wie GEBLENDET, Boyles Anmerkungen zur Zerstörung der Ozonschicht  und JUBILATION, dem Versuch, aus dem Alltag ein Disneyland zu machen.

Es ist Kunst, großartige Kunst (mit übrigens zumeist wunderbaren “ersten Sätzen”. Ich bin ein Fan toller “Erster Sätze”), aber im Hintergrund kribbelt die Frage: hat Boyle nicht recht? Sind wir, gerade wenn wir älter als die hoffnungsfroh-naive Jugend sind, Herren unsres Schicksals? Und wenn nein: was könnte es uns bereit halten.

Und so müssen Kurzgeschichten sein: nicht geschwätzig, nicht fad, nicht auf eine Pointe aus, sondern auf den Kern einer guten Geschichte gerichtet: auf eine Veränderung.

Ach so bitter kalt

19. Februar 2010

Jaja, der Winter war schrecklich. All dieses weiße Zeugs, überall, und wochenlang. Pfui. Und man musste was Warmes anziehen, wenn man vor die Tür wollte. Und all der Ärger, die Probleme, die Angst, ob es denn auch wieder vorbeigeht, und was alles passieren könnte. Und was alles schlimmes passiert.

So sind TV-Meldungen zum Wetter. Wie in UK so auch hier.

Bewundernswert, BBC Four.

via stefan-niggemeier.de/blog


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